Internationale Maßnahmen gegen Steuerflucht geplant

Der Journalistenverbund ICIJ, ein internationales Konsortium investigativer Reporter, hatte bereits im April alle bis dahin bekannten Steueroasen veröffentlicht. Um Steuerhinterziehung aufzudecken, stellte der Verbund zudem jetzt Informationen über alle bekannten Firmen und Stiftungen ins Netz, deren Firmensitz oder Investments über Tochtergesellschaften in diesen Steueroasen angesiedelt sind. Das ermöglicht es einerseits den Verbrauchern festzustellen, welche Konzerne sich ihren finanziellen Verpflichtungen durch Steuerflucht entziehen. Zum anderen können Steuerermittler einfacher Verbindungen zwischen einzelnen Filialen großer Unternehmen herstellen, mittels derer diese Firmen große Gewinnanteile verschieben. Durch die Veröffentlichung des ICIJ verstärkt sich der Druck auf die führenden Industriestaaten, die sich seit Montag auf dem G-8-Gipfel in Nordirland auch mit dem Thema Steuerflucht beschäftigen müssen. Vor allem der britische Premierminister, David Cameron, drängt auf eine gemeinsame Initiative, um Steuerhinterziehung und Steuerflucht zu erschweren. In einem Interview mit dem „The Guardian“ erklärte er, dass die „Ära geheimer Firmen, die an geheimen Orten registriert sind“ vorbei sei. Auch die deutsche Bundeskanzlerin unterstützt die Bestrebungen und äußerte sich zuversichtlich, dass es zu einer gemeinsamen Vereinbarung, neuer „internationaler Standards gegen Steuerhinterziehung“ kommen werde.

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