Pfandbriefe plötzlich in Mode – Tipps

Durch die anhaltende Finanzkrise, unter der inzwischen auch die Staatshaushalte vieler europäischer Länder leiden, ist für Anleger derzeit der Kapitalerhalt die wichtigste Prämisse bei der Wahl der Anlagestrategie. Als Alternative zu Staatsanleihen, die aufgrund der hohen Verschuldung der EU-Staaten von vielen Menschen nicht mehr als sicher angesehen werden, rücken Pfandbriefe stärker in den Fokus der Anleger. Zwar sind Pfandbriefe nicht renditeorientiert, doch seit über 100 Jahren kam es bei diesen niemals zu Verlusten. Das liegt daran, dass Hypothekenpfandbriefe im Gegensatz zu konventionellen Schuldverschreibungen nur zu 40 Prozent von der Bonität des Emittenten abhängen und zu 60 Prozent auf den Beleihungswerten von Immobilien. Der Wert der Immobilie wiederum wird bei der Berechnung des Beleihungswertes mit zehn bis zwanzig Prozent niedriger angesetzt, als der tatsächliche aktuelle Marktwert. Wird der gewählte Emittent zahlungsunfähig, bleibt der höhere Marktwert der Immobilie als Sicherheit, da diese im Falle einer Insolvenz nur den Inhabern der Pfandbriefe zusteht. Weniger sicher als die durch Immobilien abgesicherten Hypothekenpfandbriefe sind allerdings die öffentlichen Pfandbriefe. Diese finanzieren die Staatskredite und werden durch den Staat abgesichert. Durch die Schuldenkriese besteht jedoch die Gefahr der Staatsinsolvenz. Wird im Zuge dessen auch die jeweils emittierende Bank zahlungsunfähig, bleibt die Gefahr des Totalverlustes. Wer sein Geld in Pfandbriefen anlegen möchte, sollte sich im Voraus genau ansehen, wie der Deckungsstock zusammengesetzt ist. Das gilt auch für die Hypothekenpfandbriefe. Entscheidend für den Grad der Sicherheit ist hier die Lage des Immobilienanteils. Liegen diese in Ländern mit einer unsicheren Finanzlage, sinkt unter Umständen auch der Marktwert der Immobilie unter den Beleihungswert. Prinzipiell sind Pfandbriefe mit einem Mindestvolumen von einer Milliarde Euro am sichersten. Zudem werden bei diesen „Jumbos“ auch so ziemlich alle gewünschten Laufzeiten angeboten. Nicht vergessen sollten Anleger aber auch die anfallenden Depot- und Ordergebühren, die den ohnehin nicht großen Renditezuwachs noch verringern.

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